![]()
Mein 318i hat 500.000 Kilometer voll und das mit der ersten Maschine !!!
Bericht siehe unter den Bildern...
Das Ergebnis des Teileverkaufs (23.09.04)

Vorsicht: diese "Geschichte" ist etwas länger! Wer nicht so viel Text lesen will, hat hier die Möglichkeit zur Flucht.
Es war einmal vor 15 Jahren... da kaufte mir mein Vater einen Gebrauchtwagen, weil ich nur Motorrad fuhr und immer nach Aachen zur Abendschule musste. Es war dieser BMW 318i, 105 PS, natürlich ohne Servo, ohne Klima, ohne elektrische Fenster und so´n Firlefanz. Der Kilometerstand war damals ca.19.000. Er war 2 Jahre alt und jetzt ist er 17.
Ein Jahr später starb mein Vater. deswegen ist das Auto ein Erinnerungsstück und es werden auch Reparaturen durchgeführt, die sich normalerweise nicht rechnen.
Ich werde jetzt hier aber nicht jede Schraube aufzählen, sonst ist meine Tastatur verschlissen wenn ich fertig bin... Außerdem weiß ich das ja nicht mehr alles!
Das Auto war sehr zuverlässig und es machte Spaß damit zu fahren. Ich nahm einige kleine Umbauten vor. So bekam er eine Anhängerkupplung weil ich mir einen Motorradtransport-Anhänger zulegte. Ein Zweiter Außenspiegel musste auch her, ich konnte ja auch große Anhänger ziehen. Ein Sonnendach baute ich mir auch ein.
Die einzige Panne, die mich zwang, den Wagen stehen zu lassen, war ein defektes Benzinpumpenrelais. Das tauschte ich dann am nächsten Tag aus und damit mir das nicht noch mal passiert, kaufte ich noch ein zweites Relais, welches ich im Handschuhfach deponierte. Und da liegt es natürlich heute noch, denn das eingebaute Relais geht jetzt nie mehr kaputt! Das kennen wir ja.
Im wesentlichen gab es keine nennenswerten Vorkommnisse, bis mir (Das Jahr weis ich nicht mehr genau) bei Kilometer 195.000 ein Pitbull vor den Wagen lief. Und das nachts, bei Regen und 120 km/h auf der Autobahn. Es gab einen Rumms, Dampf stieg auf und das ließ nichts gutes vermuten. Auf der Standspur angekommen sah ich mir das Auto von vorne an und mir wurde anders! Die Stoßstange oder besser gesagt: das was davon übrig war hing innen unter der Motorhaube. Der Kühler war zerfetzt. Eigentlich war vorne alles um den Motor gewickelt, einschließlich tragender Blechteile unter dem Kühler. Späteres Nachmessen ergab, dass der Wagen sich vorne um ca. 2 cm zusammengezogen hatte.
Naja, die folgende Reparatur in Stichworten: Ersatzteile gekauft, Auto mittels 6t Wagenheber gerichtet, alles zusammengebaut und nach einer Woche war von der ganzen Sache absolut nichts mehr zu sehen! Materialkosten ca. DM 1500,-. Arbeit rechne ich nicht mit, ich schraube gerne an dem Auto. (Der Hundebesitzer war nicht ausfindig zu machen).
Bei dieser Reparatur habe ich wohl den Kühlwasserkreislauf nicht ganz sauber entlüftet. Eines Tages kam ich auf der Autobahn in einen Stau. Ein zufälliger Blick auf die Wassertemperatur ließ mich zusammenzucken: kurz vor dem roten Feld!!! Sofort rechts ran, Wasser kontrolliert und nachgefüllt (hatte ich glücklicherweise dabei). Alles wieder o.k. (dachte ich).
Als dann einige tausend Kilometer später die Kopfdichtung undicht wurde, hatte ich das Ergebnis von "alles wieder o.k.". Nun folgte das Übliche: Kopfdichtung erneuert, fertig - alles o.k. (da........).
Mittlerweile bei Km 210.000 angekommen und in dem Glauben, der Motor hat den Dichtungswechsel schadlos überstanden, kam ich nach einer längeren Schnellfahrt von der Autobahn und der Motor hörte sich plötzlich anders an. Ich kann dieses Geräusch nicht beschreiben, aber irgend wie brummte er nicht so wie sonst. Ich war mir auch nicht ganz sicher. Bis ich dann auf der Landstraße bei einer bestimmten Drehzahl ein lautes rrrrrrrrrrr zu hören bekam! Aha, klarer Fall: Pleuellager...Und was lernen wir da draus: Bei hohem Kilometerstand die Kopfdichtung nur zusammen mit den Pleuellagern erneuern!
Irgendwie bis zuhause durchgepleuelt (der Motor klackerte so laut wie ein Presslufthammer!) baute ich sofort die Maschine aus und zerlegte diese in meiner Scheune. Ein Kurbelwellenlager war heiß gelaufen, die Lagerschalen platt und voll Riefen. Ich brachte die Kurbelwelle und die Pleuel zu einer Motoreninstandsetzungswerkstatt. Dort stellte man fest, dass diese nachgeschliffen und mit einer Übermaß-Lagerschale zu retten war. Na prima! dann läuft der Motor ja wieder für ein paarhundert Mark (dachte ich mal wieder). Bis ich anfing, ihn zusammen zu bauen: Da stellte sich heraus, das eins der oberen Pleuellager, also der Kolbenbolzen klemmte. Genau von den Zylinder, wo das untere Lager den Dienst quittiert hatte.
Da ich jetzt schon ca. DM 600,- für die Kurbelwelle ausgegeben hatte, griff ich nun noch tiefer in die Tasche und verpasst der Maschine 4 nagelneue Kolben samt Ringen und Kolbenbolzen. Ich ließ den Zylinderblock ausschleifen und damit die Sache "rund" wird, bekam das Triebwerk auch einen neue Ölpumpe inklusive Kette. Und weil wir einmal dabei sind, schmeißen wir doch gleich auch die Steuerkette raus und... ach, was soll der Geiz: zum Schluss gab es in dem Motor kein bewegliches Teil mehr (außer Kurbelwelle und Pleuel, die waren ja instand gesetzt) dass nicht nagelneu war. Wirklich alles: Nockenwelle, Kipphebel, Ventile, Steuerkettenspanner, Führungsschienen u.s.w. Das Tüpfelchen auf dem i waren die neuen Ventilsitze aus Edelstahl. Verbleites Benzin - adee!
Als ich damit fertig war, hatte ich 4.500 Mark weniger in der Tasche und meine Freunde erklärten mich (mit Recht) für verrückt. Ein Austauschtriebwerk wäre billiger gewesen. Aber die Kurbelwelle war repariert und.... Wer A sagt muss auch B sagen! Außerdem war ich stolz darauf, einen Motor komplett überholt und zusammen gebaut zu haben. Er ist beim ersten Start sofort angesprungen und rund gelaufen, als wenn ich ihn 10 Minuten vorher aus gemacht hätte.
Von nun an lief mein kleiner 3er wieder wie ein Uhrwerk. Als ich irgendwo bei 230.000 Kilometer angelangt war, wurde mir der Sprit langsam zu teuer. Also wurde eine Flüssiggas - Anlage eingebaut. Damit hat der Motor aber etwas weniger Leistung, was sich besonders beim fahren mit Anhänger bemerkbar macht.
Kilometer 260.000, jetzt hat´s mich gepackt: Ich will mehr Power! Eine 2,8 Liter Alpina B6 Maschine mit 230 PS wurde besorgt. In einer aufwendigen Aktion krempelte ich das ganze Auto um. Aber der E.P. (so nennt man mich) macht immer Nägel mit Köpfen. Natürlich wurde nicht nur die Maschine eingebaut, sondern ein komplettes neues Fahrwerk mit Tieferlegung, 4-Scheiben Bremsanlage vom 325i, 5-Gang ZF-Getriebe, Differential mit Sperre, V-Reifen und eine Alpina-Auspuffanlage. Auch die Gasanlage passte ich an. Nur von außen achtete ich darauf, dass das Auto nicht verändert wurde. Man sah zwar die dicken Rohre hinten rausgucken, aber so´n Blender hat ja jeder...
Wow, das war vielleicht eine Rakete! Selbst auf Gas war der noch so schnell, dass so ein schnöder Golf-GTI-16V nur eine Lachnummer im Rückspiegel abgab. Und der Verbrauch war erstaunlicherweise auch nicht wesentlich höher, als vorher. Bei durchschnittlicher Fahrweise gab er sich mit 11 Liter zufrieden.
Mit dieser Maschine hatte ich aber leider nur Ärger. Unrunder Leerlauf, schwankende Leerlaufdrehzahl, Fehlzündungen in den Ansaugtrakt bis zur Zerstörung des Luftmengenmessers, Dichtungen die alles andere als dicht waren u.s.w.
Auch diesen Motor unterzog ich also einer größeren Überholung. Hier beschränkte ich mich aber darauf, sämtliche Dichtungen von Kopfdeckel bis Ölwanne zu erneuern. Alle Dichtungen waren hart, wer weiß, wo der Motor Jahre lang rum gegammelt hat, bevor ihn mir so ein Spezialist in Hückelhoven-Ratheim zusammen mit einem falschen Steuergerät (wie sich später rausstellte) angedreht hat.
Da die Maschine gerade auseinander war, nahm ich mir gleich die Einlasskanäle vor und verhalf dem Aggregat zu etwas mehr Durchzug.
Aus dem Auto war jetzt eine richtige Höllenmaschine geworden, mit der ich so manchem Beifahrer der natürlich glaubte, immer noch in einem 318i zu sitzen, die Farbe aus dem Gesicht beschleunigt hatte. Die ganze Umbauaktion war geheim geblieben.
Kilometer 320.000: Die Laufkultur des 2,8 Liter 6 Zylinders wurde immer schlechter, der Leerlauf immer unruhiger. Der 5. Zylinder verlor Kompression! Nachdem ich mit einer Leerlaufdrehzahl von 1800 (!) U/min durch die Gegend fuhr (anders war der Motor nicht mehr am laufen zu halten) und sich wieder Fehlzündungen in den Ansaugtrakt einstellten, bereitete ich mich schon seelisch und moralisch darauf vor, den guten alten 1,8 Liter 4-Zylinder wieder einzubauen. Den hatte ich zum Glück noch da. Ein lauter Knall, ein geplatzter Luftmengenmesser, ein wütender EP und ein Auto, dass ich mit halb auf geschobener blockierter Luftklappe im Mengenmesser ruckelnd und stotternd nach hause gefahren hab, war dann der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.
In der gleichen Minute, als ich zuhause ankam, kramte ich mein Werkzeug in die Scheune und begann sofort diese Sch.... Maschine aus meinem geliebten 3er auszubauen. Schon am nächsten Tag fuhr ich nach Köln und ließ die Kardanwelle anpassen und am späten Nachmittag machte ich schon die erste Probefahrt mit der original Maschine!
Im ersten Moment kam ich mir mit der Motorleistung vor, als wenn mich jeder Rübentrecker in Grund und Boden beschleunigen würde. Aber dieser herbe Verlust wurde durch ein solides Schnurren, einen runden Leerlauf, ruckfreies Beschleunigen und eine so saubere und zuverlässige Laufkultur des Motors mehr als wett gemacht. Das war ein völlig anderes Fahrgefühl. Sofort fühlte ich mich wieder wohl in meinem 3er.
Von jetzt an gab es nur noch: Tanken - Fahren - Tanken - Fahren... Fahrwerk und Bremsen waren ja drin geblieben und deswegen kommt man auch so auf seine Kosten. Das geringere Gewicht der Maschine machte sich ganz schön bemerkbar. Der Wagen erreicht beim Bremsen enorme Verzögerungswerte, die so manchem Beifahrer vor Kurven oder roten Ampeln nach allen Festhaltemöglichkeiten greifen lässt.
In den nun folgenden über 180.000 Kilometern gab es nur noch Wartung. Im Sommer 2000 beseitigte ich einige Rostlöcher im Kofferraum und an den hinteren Radläufen. Auch unter dem Wagenboden waren ein paar Kleinigkeiten zu machen. Im Gegensatz zu manch anderem Wagen von Bekannten waren das aber nur Kinkerlitzchen.
Zwischendurch war mal eine neue Auspuffanlage, neue Bremsscheiben mit Belägen, ein neues Handbremsseil, Reifen u.s.w. fällig. Alles Verschleißteile! Die hintere Stoßstange und ein Rücklicht, sowie die Fahrertür hab ich mir vor einiger Zeit mal kaputt gefahren, Aber dafür kann das Auto nichts.
Mittlerweile bin ich bei 503.500 km angelangt. Der Motor schnurrt immer noch wie ein Kätzchen, braucht kein Öl (ca.0,1 L auf 1000 km) und er springt auch bei eisiger Kälte innerhalb einer Sekunde an und läuft sofort rund. Der Wagen läuft ruhig, man merkt ihm sein Alter überhaupt nicht an und ich wundere mich jeden Tag selber, warum er nicht klein zu kriegen ist.
Ich hatte mir vor einigen Jahren das Ziel gesteckt 500.000 Kilometer zu schaffen! Die hab´ ich jetzt voll. Na, dann werde ich wohl auf eine Millionen zusteuern! Bin mal gespannt, wie weit ich komme...
![]()
15.9.2003: Das Ende!
...wie weit ich komme? Dies hier ist jetzt ein Zeitsprung! Wir schreiben den 08.09.2003. Es sind 2 Jahre vergangen mein 3er hat das Ende erreicht. Genauer gesagt, das Ende des TÜV´s! Jetzt hat er 567.500 Km auf der Uhr stehen, ist 19 Jahre alt und am Samstag hab ich ihn abgemeldet.
Eigentlich wäre das mit dem TÜV ja kein Problem, wenn da nicht ein paar „Kleinigkeiten“ wären, die eine Instandsetzung zu teuer und aufwendig machen. Ja dann fang ich mal an, aufzuzählen:
Der Tank ist undicht. Wenn er über halb voll ist, läuft der Sprit aus.
Der Luftmengenmesser ist bei einer „Gasexplosion“ um Leben gekommen.
Das Auto läuft nur noch auf Gas.
Die Hinterachse klappert bei Bodenwellen.
Der Auspuff rasselt, das Innenleben ist lose.
Das Getriebe und das Differential sind undicht.
Die Frontscheibe hat einen Steinschlag und die Dichtung ist eine Undichtung.
Die Kotflügel vorne und die Fahrertür sind stark angerostet.
Im Unterboden sind einige Durchrostungen.
Beim Motor ist ein Auslassventil stark eingelaufen.
Ich glaube das reicht! Nun muss Schluss sein. Ich denke, er hat seinen Dienst getan! Auch wenn´s weh tut, aber irgendwann sollte man einen Schlussstrich ziehen und das hab ich jetzt gemacht.
So, genug geheult! Im Nachhinein betrachtet hat das Auto ja eine beachtliche Leistung erbracht, wo so manch anderer Autofreak nur von träumt. Das hat mit auch der TÜV-Beamte bestätigt. Er meinte, für diese Kilometerleistung und das Alter ist er in einem außergewöhnlich guten Zustand! Er sieht selten Autos, die so alt werden.
Selbst der Motor läuft immer noch einwandfrei! Zwar hatten sich die Auslassventile immer enger gestellt, so daß sich eins davon nicht mehr einstellen ließ. Dann hatte ich das Befestigungsloch der Excenterscheibe einfach nach oben ausgefeilt. So konnte ich das Ventil wieder einstellen. Dann habe ich das Ventilspiel der Auslassventile von 0,20 mm auf 0,25 mm vergrößert. Mit dieser Einstellung wurde das dauernde enger werden des Ventilspiels besser.
Auch der Ölverbrauch des Motors hielt sich in Grenzen. Obwohl der Motor seit der letzten Generalüberholung schon wieder fast 300.000 Km runter hatte, musste ich nur alle 5000 Km mal einen halben Liter nachschütten.
Was mach ich jetzt mit ihm??? Verkaufen? Ha ha ha! Die Anzeige würde lustig aussehen: BMW 318i, Bj 84, 567700 Km... Die Leute würden mich anrufen und fragen, ob ich bei den Kilometern aus versehen eine Null zu viel getippt habe!
Ne ne, dat lassen wir lieber. Ich werde den Rat des Tüv-Prüfers befolgen: Baue ihn auseinander und setze die Teile alle in´s EBAY!
Genau das werde ich machen, mal sehen wie weit ich komme...
![]()
Hier das erste Ergebnis:
| Veraufter Artikel: | Betrag: | Verkauft über: |
| Instrumente | 20,50 € | Ebay |
| Rücklichter | 19,77 € | Ebay |
| Scheinwerfer | 10,50 € | Ebay |
| Winterreifen mit Felgen | 100,00 € | Zeitung |
| Stereoanlage | 80,00 € | Ebay |
| Gasanlage | 300,00 € | Bekannte |
| Reifen + Felgen | 140,00 € | Zeitung |
| Differential | 50,00 € | Bekannte |
| Stoßdämpfer | 50,00 € | Bekannte |
| Summe: | 770,77 € |
770 Euro für ne 20 Jahre alte Schrottkarre ist doch nicht schlecht oder? Die Federn vom Fahrwerk hab ich noch, aber die krieg ich auch noch los...